Mauersegler

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

Allgemeines:

Bildquelle: Rowohlt Verlag

Valerie Jakob ist eine sehr erfolgreiche Übersetzerin von Romanen aus dem angloamerikanischen und französischen Sprachraum. Weitere Informationen sind über sie nicht bekannt. Mit Mauersegler legt sie ihren Debütroman vor. Mauersegler ist als Paperback im Februar bei Kindler erschienen und umfasst 352 Seiten.

Inhalt:

„Zwei Frauen in unterschiedlichen Jahrzehnten im Kampf um Liebe und Selbstbestimmung: atmosphärisch, bewegend und sehr unterhaltsam erzählt

In einer Lebenskrise flüchtet sich Juliane zu ihrem Großcousin Johann an die Ostseeküste bei Greifswald. Der alte Herr lebt dort nahezu autark in einem Sommerhaus aus den 1920er Jahren, nur manchmal in Gesellschaft eines engagierten Insektenforschers. Das Haus stammt von Johanns Mutter Marianne, einer faszinierenden Frau, die als eine der ersten deutschen Pilotinnen mit ihrem Flugzeug „Mauersegler“ bis nach Afrika gekommen war. Juliane taucht immer tiefer ein in das bewegte Leben dieser schillernden Persönlichkeit und entscheidet sich für einen radikalen Tapetenwechsel: Auf Mariannes Spuren reist sie in den Senegal und macht dort eine ungeheuerliche Entdeckung – und sie erfährt, wie hoch der Preis für Freiheit und Liebe sein kann.“ (Quelle: Rowohlt Verlagsseite)

Meine Meinung:

Valerie Jakob schreibt mit ihrem Roman Mauersegler eine Familiengeschichte, die in Berlin, Hannover, Greifswald, Paris und im Senegal spielt. Das Buch wird von der Kritik gelobt und als tolle Sommerlektüre angepriesen. Valerie Jakob soll laut Pressestimmen eine neuzeitliche Tragödie erzählen. Das kann ich so nicht unterstreichen. Der Schreibstil ist sehr simpel, sodass  man das Buch in einem Rutsch weg lesen kann. Trotzdem ist es für mich kein Pageturner. Vieles ist vorhersehbar, ähnliches habe ich schon oft gelesen. Es geht um eine verratene Liebe und Familiengeheimnisse, Familienstreitigkeiten, Selbstfindung und Spurensuche und – wie so oft – die Nazizeit, die den Familienalltag und die politische Haltung der einzelnen Familienmitglieder beeinflusst. Alles Themen, die in jeden Familienroman gehören. Ich habe sie allerdings schon vielfach besser erzählt gelesen. Hinzu kommt dann auch noch die Thematik der DDR, die Kolonialisierung in Afrika und die Wiedergutmachung nach der Wiedervereinigung. Das alles sind zu viele Themen für einen einzigen Roman mit dieser Seitenzahl. Nichts wird wirklich erzählt, alles wird angerissen und die Charaktere bleiben oberflächlich und sind austauschbar. Die Erzählweise bedient sämtliche Klischees, die man aus der Literatur kennt und gleitet ins melodramatische, theatrale und kitschige ab. Valerie Jakob ist ein Pseudonym für eine erfolgreiche deutsche Übersetzerin, so schreibt der Verlag im Klappentext. Vielleicht ist das eher ihre Berufung.

Wie in vielen Familienromanen haben wir mehrere Schauplätze. In der Gegenwart gibt es Juliane, die das Anwesen ihres Onkels erben soll und in der Vergangenheit, im Jahr 1926, gibt es Marianne, die in einem Internat in der Schweiz lebt. Dort freundet sie sich mit Roseanne, einer Französin, an, die auch später ihre beste Freundin bleibt und mit der sie beruflich einen Transportdienst betreibt.

Sie wächst als Halbwaise auf und hat glücklicherweise einen Vater, der fortschrittlich denkt und für Mädchen einen Beruf für sehr wichtig hält. Mariannes Berufswunsch ist der einer Pilotin.

Mit ihrer Freundin Roseanne macht sie den Flugschein und kauft sich ein eigenes Flugzeug, das sie Mauersegler nennt. Daher zum einen der Titel dieses Romans. Die Mauersegler (Vögel) spielen aber auch eine Rolle in dem Haus von Julianes Onkel Johann, dem Sohn von Marianne, in Greifswald. Dort kann man sie abends beobachten. Roseanne und Marianne müssen die Erfahrung machen, die sicherlich fast alle Frauen in den 1930er Jahren machen mussten, wenn sie berufstätig sein wollten. Sie müssen sich in der Männerwelt durchsetzen, was als Pilotinnen noch schwieriger war als in anderen Berufsfeldern.

Eine Schwäche dieses Buches ist, dass die Autorin sich innerhalb der zwei Zeitebenen in Nebenhandlungen verliert. Sie beschreibt die Lebensumstände ihre Protagonisten aus verschiedenen Blickwinkeln, die für die Handlung nicht relevant sind und die mich persönlich eher stören.

Je weiter man bei der Lektüre kommt, desto durchschaubarer wird sie. Das macht das Buch nicht spannend und stoppt die Freude am Lesen.

Fazit:

Ich kann Mauersegler nicht weiterempfehlen, es sei denn, man liest gerne Herzschmerzromane.

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