Die verlorene Tochter der Sternbergs

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

sternberg
Quelle: Bastei Lübbe

Allgemeines:

Armando Lucas Correa legt mit Die verlorene Tochter der Sternbergs seinen zweiten Roman vor. Correa wurde für seine journalistischen Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der National Association of Hispanic Publications. Die verlorene Tochter der Sternbergs erschien als Hardcover am 30.4.2020 im Eichborn Verlag und umfasst 375 Seiten.

Inhalt:

„Wie weit kann eine Mutter gehen, um ihr Kind zu retten? – Eine unvergessliche Familiengeschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, herzzerreißend und bewegend.

Berlin, 1939. Für die jüdische Bevölkerung wird das Leben immer schwieriger. Wer kann, bringt sich in Sicherheit. Auch Amanda Sternberg beschließt, ihre Töchter mit der MS St. Louis nach Kuba zu schicken. Am Hafen kann sie sich jedoch nicht von der kleinen Lina trennen. So vertraut sie nur die sechsjährige Viera einem allein reisenden Ehepaar an und flieht mit Lina zu Freunden nach Frankreich. Im kleinen Ort Oradour-sur-Glane finden sie eine neue Heimat. Doch es dauert nicht lange, bis die Gräueltaten der Nationalsozialisten auch diese Zuflucht erreichen …

In seinem zweiten Roman erzählt Armando Lucas Correa vom Schicksal einer jüdischen Familie, die der Nationalsozialismus und die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs auseinanderreißen. Eine Geschichte von Liebe und Verlust, Verzweiflung und Wagnis.“ (Quelle: Verlagsseite Bastei-Lübbe Verlag)

Meine Meinung:

Bücher, die während des Zweiten Weltkriegs spielen, interessieren mich immer sehr. Das trifft auch auf Die verlorene Tochter des Sternbergs zu. Bereits die Leseprobe hat mich überzeugt. Correa hat einen Schreibstil, der sich richtig gut weglesen lässt, ohne trivial zu sein. Er schafft es eindrucksvoll, seinen Figuren Leben einzuhauchen, so dass der Leser sich mit ihnen identifiziert.

Das Cover des Buches hat mich sofort an das „Mädchen im roten Mantel“ in Schindlers Liste erinnert.

Correas Geschichte beginnt in New York im Jahr 2015. Er lässt seine Handlung mit einem Besuch beginnen, einem Besuch, der die Protagonistin in große Selbstzweifel und Unsicherheit verfallen lässt. Denn sie muss sich erinnern, erinnern an eine Zeit, die sie ganz weit weggepackt hat und an die sie sich in keinem Fall erinnern möchte. Aber gegen die Macht der Erinnerungen ist jeder, auch sie, machtlos.

Die weitere Geschichte greift dann chronologisch die Zeiten zwischen 1933 und 1947 auf, um wieder im Jahr 2015 zu enden. Correa lässt brutalste Einzelheiten bspw. der Reichsprogromnacht nicht aus; das führt dazu, dass man sich als Leser diese im Kopf ausmalt – das Kopfkino geht an. Man verknüpft automatisch sein Wissen über die Zeit des (aufkommenden) Nationalsozialismus’ mit dem, was in der Geschichte passiert. Dadurch schafft Correa eine unglaubliche Betroffenheit und Authentizität.

An einigen Stellen allerdings empfinde ich sein Buch als nicht so recht glaubwürdig. Die fünfjährige Lina, später Élise, sagt auf Seite 108: „Wir sind schon einmal geflohen, aber wenn wir jedes Mal weglaufen, sobald die Nazis näherkommen – was soll dann aus uns werden?“ Auch andere Dinge, die Lina äußert, wirken für eine Fünfjährige sehr altklug und aus meiner Sicht überhaupt nicht authentisch. Das ist schade und schmälert den tollen Eindruck, den man von diesem Buch sonst hat.

In seinem Nachwort beschreibt Correa, wie er auf die Geschichte von Die verlorene Tochter der Sternbergs gekommen ist. Er hat tatsächlich die Jüdin Judith als alte Frau kennen gelernt, die mit einem Schiff nach Kuba ins Exil gebracht werden sollte, dort aber nicht an Land gelassen wurde, und wieder zurück nach Frankreich kam, von wo aus sie später nach Auschwitz deportiert wurde. Sie hat ihm ihre Lebensgeschichte erzählt. Dadurch bekommt die Handlung seines Buches noch einmal eine ganz besondere Bedeutung für mich. Vieles basiert grundsätzlich auf wahren Begebenheiten und wird daher besonders bedrückend. Das Leben seiner Protagonisten Élise

zeigt, was Kriege, Unterdrückung und totalitäre Systeme mit Menschen und Familien machen. Man verliert seine Identität, will unbedingt vergessen und weiß zum Schluss gar nicht mehr, wer man ist.

Fazit:

Das Buch hat mich sehr beeindruckt und ich kann es jedem empfehlen der sich für die Zeit des Nationalsozialismus‘ und die Schicksale der Verfolgten interessiert. Ich gebe trotz der Einschränkungen:

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