Die Stille meiner Worte

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Bei diesen Büchern handelt es sich um Rezensionsexemplare. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

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Bildquelle: Jane Fetzer, Verlagsgruppe Oetinger

Allgemeines:

Am 21.10.2019 ist die Taschenbuchausgabe von Die Stille meiner Worte in der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Das Taschenbuch hat 320 Seiten und wird ab einem Lesealter von 14 Jahren empfohlen.

Ebenso wie die gebundene Ausgabe ziert ein Cover von Alexander Kopainski das Buch. Ihm ist es gelungen, auf subtile Art und Weise viele Details der Geschichte in die Gestaltung aufzunehmen. Ein zweiter Blick lohnt sich, ihr werdet mit Sicherheit einiges entdecken!

Inhalt:

„Hannah schweigt seit jener Nacht, in der ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden? Statt zu sprechen, schreibt sie Briefe an ihre verstorbene Schwester. Als Hannahs Eltern sie in eine therapeutische Einrichtung schicken, fühlt sie sich gänzlich verlassen. Bis sie Levi kennenlernt und mit ihm die Hoffnung wiederfindet.“ (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

Meine Meinung:  

Ich habe lange nicht mehr ein so lautes Jugendbuch gelesen. Im Duden stehen für das Adjektiv „laut“ zwei Bedeutungen zur Verfügung: weithin hörbar, mit kräftigem Klang oder geräuschvoll, lärmerfüllt. Wie passt das Adjektiv „laut“ mit dem Titel des Buches, der doch die Stille von Worten betont, zusammen?

„Ich finde Worte, ich finde Tausende davon und sie sind alle in meinem Kopf. Sie finden nur den Weg nicht hinaus.“

Wir kommunizieren. Täglich, auf unterschiedlichste Art und Weise. Mit Händen, Füßen, Geräuschen, Schrift, aber vor allem mit Worten. Es fällt auf, wenn jemand, der die Fähigkeit zu sprechen besitzt, aufhört zu sprechen. Mitmenschen verstehen es nicht, können nicht damit umgehen. Obwohl sie diejenigen sind, die vermutlich helfen könnten. Ava Reed zeigt durch die gewählte Art des Erzählens auf, dass ein Mensch dennoch auf viele Arten laut sein kann. Ihr gelingt es auf einfach fabelhafte Weise die Stille, die Protagonistin Hannahs Worte begleitet, laut werden zu lassen. Immer lauter wird diese Stille. Immer kräftiger und geräuschvoller. Bis sie irgendwann jeder hört. Und genau das muss passieren, damit Hannahs Worte von allen gehört werden und sie ihre Erlebnisse verarbeiten kann. Um ihr einen Neuanfang zu ermöglichen und sie in ein erfülltes Leben zurückkehren zu lassen. Reed transportiert die Botschaft, dass ein Leben lebenswert ist. Ein Leben, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Voller Ereignisse, Erlebnisse, schrecklicher Dinge, aber eben auch voller Glück. Sie lässt junge Leser erleben, was es bedeutet, sich weiterzuentwickeln und mit der Trauer weiterzuleben. Die Botschaft, dass ebendiese immer ein Teil des Selbst bleiben wird, man aber anders mit ihr umzugehen lernt, ist eine sehr schöne.

Für viele Leser mit Sicherheit ebenfalls von Interesse ist die gewählte Thematik des Zwillingseins. Reed erzählt von dem Verlust eines Zwillings. Was ein solches Ereignis wirklich bedeutet, kann vermutlich nur ein echtes Zwillingspärchen nachvollziehen. Reed scheint jedoch ausführlich über diese Art von Trauma recherchiert zu haben. Durch sie konnte auch ich den auf Hannah lastenden Verlust nahezu mit Händen greifen und nachvollziehen.

Die Stille meiner Worte ist kein perfektes Buch.

Am Anfang der Kapitel befinden sich vermeintlich kluge Sprüche, die mich leider an Glückskeksweisheiten erinnerten. Darauf hätte in meinen Augen gut verzichtet werden können. Besonders sind jedoch die Briefe, die sich am Ende der Kapitel befinden und in denen man Hannahs Gedanken lesen kann.

Des Weiteren erscheint eine anfänglich getroffene Entscheidung der Eltern, Hannah in ein Internat zu schicken, zu schnell getroffen. Man spürt zwar ihre Hilflosigkeit und Verzweiflung, nachvollziehbar ist die Entscheidung dennoch nicht. Nach einem schwerwiegenden Trauma seine Worte zu verlieren, bedeutet nicht, dass es gut ist, als Kind oder Jugendliche aus der gewohnten Umgebung gerissen zu werden. Vor allem nicht, ohne selbst mitreden zu dürfen. Nachdem Hannah erst einmal im Camp des Internats angekommen ist, wird die Geschichte realistischer bzw. nachvollziehbarer und berührte mich beim Lesen sehr.

Das alles macht nichts. Wer dazu motiviert ist, liest eine perfekt unperfekte Geschichte, die viel Potential zum Nachdenken bietet und lauter ist als so manch andere.

Fazit:

Die Stille meiner Worte berührt auf markerschütternde Art und Weise.

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