Kastanienjahre

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

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Bildquelle: Rowohlt Verlag

Allgemeines:

Anja Baumheier legt mit Kastanienjahre nach Kranichland ihren zweiten Roman vor. Sie wurde 1979 in Dresden geboren und lebte während ihrer Kindheit in der DDR. Heute lebt die Autorin in Berlin und arbeitet als Lehrerin für Französisch und Spanisch.

Kastanienjahre erscheint am 20.08.2019 bei Wunderlich als Hardcover und umfasst 412 Seiten.

Die Pressestimmen zu Kranichland sind sehr positiv: „Anja Baumheier ist mit ihrem Erstling ein Roman gelungen, der sehr viel von der menschlichen Dramatik wiedergibt, die tatsächlich mit der deutschen Teilung verbunden war.“ (SWR 2)

Inhalt:

„Ein anderes Land. Ein anderes Leben. Zwei Orte gibt es, die für Elise Heimat bedeuten: Paris, wo sie seit über 20 Jahren eine kleine Boutique im Montmartre führt; und Peleroich, das verschlafene Dorf an der mecklenburgischen Ostseeküste. Hier wächst sie in den 60er Jahren auf, hier lernt sie Henning und Jakob kennen, die beiden Lieben ihres Lebens. Henning, der Fels in der Brandung, den sie seit Kindertagen kennt, Jakob, der Frauenschwarm, der Künstler werden will und wie sie davon träumt, einmal den Eiffelturm zu sehen. Eine fatale Dreiecksbeziehung voller Geheimnisse – bis Jakob eines Tages spurlos aus Elises Leben verschwindet. Als Elise nach vielen Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehrt, taucht sie tief ein in ihre eigene Vergangenheit und in die Geschichte von Peleroich, wo ihre Eltern sich kurz nach Gründung der DDR kennenlernen…

Anja Baumheier erzählt von einem malerischen Dorf und dem Schicksal seiner Bewohner zwischen Gründung der DDR, Mauerbau und Nach-Wendezeit.“ (Quelle: Verlagsseite Rowohlt Verlag)

Meine Meinung:

Ich habe bereits Kranichland von Anja Baumheier gelesen, ihr Debüt, das sich ebenfalls mit der DDR, der Wendezeit bis hin zur heutigen Zeit beschäftigt. Ein beeindruckender Roman, der sehr realistisch vermittelt, wie Politik ein Land, aber auch die Menschen spalten kann.  Vermutlich auch deshalb, weil Baumheier selber in der DDR aufgewachsen ist und heute in Berlin lebt, der Stadt, die nun wirklich am stärksten die Staatentrennung von Bundesrepublik und der ehemaligen DDR symbolisiert.

In Kastanienjahre steht ein Ereignis aus der Vergangenheit im Leben der Protagonisten im Mittelpunkt, ein Ereignis, das ihrer aller Leben beeinflusst hat, und dem man sich während des Lesens immer mehr nähert. Die Schauplätze und Zeitebenen wechseln kapitelweise, es wird nicht chronologisch vorgegangen, sondern eher thematisch. Man verliert aber nie den Überblick. Das ist sicherlich auch dadurch begründet, dass die Anzahl der handelnden Personen überschaubar ist und zudem am Anfang des Buches vorgestellt wird.

In diesem Jahr erscheinen viele Bücher, die das Leben in der DDR thematisieren. Sie sind wichtig, denn Ost und West sind gleichermaßen bedeutsam für das Leben miteinander in der Bundesrepublik Deutschland. Es gibt immer noch viele Vorurteile bezüglich der DDR, Bewertungen des täglichen und politischen Lebens dort, ohne eigentlich genau zu wissen, wie dieses denn aussah. Darum leistet Kastanienjahre auch unter diesem Aspekt einen wichtigen Beitrag.

Die Protagonistin Elise stammt aus einem Dorf in der DDR und lebt heute in Paris. Sie wird dort von ihrer Vergangenheit eingeholt und reist zurück an die Stätte ihrer Kindheit. Wohin das ganze führen soll, das bleibt zunächst unklar. Zwei Jungen haben in ihrer Vergangenheit eine wichtige Rolle in Elises Leben gespielt: Jakob und Hennig. Henning lebt weiterhin in Peleroich, Elises Heimatdorf an der Lübecker Bucht. Jakob hingegen verschwand irgendwann, keiner weiß warum und wohin. Es geht um Mut und Angst, Widerstand gegen das sozialistische Regime und Anpassung und Aufgabe. Anja Baumheier wertet nicht, sie lässt ihre Figuren handeln und sprechen, der Leser muss sich selber ein Bild machen, entscheiden, wessen Haltung er akzeptabel findet und welche nicht. Oft endet ein Kapitel und scheint noch nicht fertig, man wird dadurch aufgefordert selber weiterzudenken. Oder aber die fehlenden Informationen werden fast beiläufig in späteren Kapiteln erwähnt. So kommt man noch mehr ins Nachdenken. Das zeichnet dieses Buch ganz besonders aus.

Fazit:

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. Man kann es sehr gut in einem Stück weglesen, aber auch innehalten und nachdenken.

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