Opfer

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

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Bildquelle: Rowohlt Verlag

Allgemeines:

Bo Svernström ist promovierter Literaturwissenschaftler. Er hat lange Zeit bei der renommierten schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ als Journalist gearbeitet. Opfer ist sein Debüt, das gleichzeitig in acht Ländern erscheint. In Deutschland wird es bei Rowohlt als Taschenbuch verlegt, erschien am 23. Juli 2019 und umfasst 587 Seiten.

Inhalt:

„Täter oder Opfer?

Nördlich von Stockholm findet ein Bauer einen Mann in seiner Scheune, nackt und brutal gefoltert. Als Kommissar Carl Edson von der Reichsmordkommission mit seinem Team eintrifft, stellen sie schockiert fest, dass der Mann noch lebt. Noch bevor Edson tiefer in die Ermittlungen einsteigen kann, berichtet Reporterin Alexandra Bengtsson über den Fall. Das Opfer, Marco Holst, ist ein Krimineller, er hatte viele Feinde. Persönliche Rache? Ein blutiger Krieg in der Unterwelt? Doch bevor Holst eine Aussage machen kann, stirbt er im Krankenhaus. Als scheinbar wahllos weitere Morde an Kriminellen begangen werden, sucht die Reichsmordkommission fieberhaft nach einem Muster. Bis eine Spur Carl Edson und Alexandra Bengtsson in die Vergangenheit führt, zu äußerst düsteren, gewalttätigen Ereignissen.“ (Quelle: Rowohlt Taschenbuch Verlag)

Meine Meinung:

Wieder ein Krimi, den man lesen kann, er liest sich gut weg. Aber das Vorablob – insbesondere der schwedischen Presse – kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Svernström wird dort als in der Tradition von Stieg Larsson und Sjöwall/Wahlöö stehend gesehen. Oder als würdiger Nachfolger von Lars Kepler. Am ehesten ist noch letzteres zu akzeptieren, denn Svernströms Opfer ist ähnlich brutal, „psycho“ und blutig wie die Thriller von Kepler.

In Teil eins des Buches geht es um unfassbar grausame Morde, die bis ins kleinste Detail beschrieben werden. Da denkt man schon, was ist das für ein Autor, der sich so etwas ausdenkt? Mir ist jedenfalls regelrecht übel geworden. Weiter liest man eigentlich nur, weil man denkt, das kann doch nicht alles sein. Ist es natürlich auch nicht. Svernström stellt ein Team von Ermittlern vor, in dem nahezu jeder seine Macken hat. Wir haben alle prototypischen Charaktere, die besonders in skandinavischen Krimis und Thrillern vorkommen: den melancholischen geschiedenen Kommissar, den mürrischen Forensiker, den nicht wirklich teamfähigen Kollegen, die junge strebsame und sympathische Berufsanfängerin. Für die Seite der Presse gilt Ähnliches. Im Fokus steht die Journalistin Alexandra Bengtsson, die der Polizei immer ein Stück voraus ist, nahezu an jedem Tatort als erste erscheint und jede neue Spur begierig inhaliert. Fast zu begierig… . Im Verlauf der Handlung ändert sich die Sicht des Lesers auf sie mehrmals, das macht Svernström wirklich gut. Im zweiten Teil steht Bengtsson im Fokus, ihre Lebensgeschichte spielt eine wichtige Rolle für den Verlauf der Ereignisse. Hier wird aus ihrer Perspektive berichtet. Teil drei dient der Auflösung des Falls. Es gibt immer wieder falsche Spuren und Wendungen in diesem Thriller, das ist schon gut gemacht. Die Auflösung überrascht, sodass man fürs Durchhalten als Leser belohnt wird. Andererseits packt Svernström alles, aber auch wirklich alles, was an psychologischen Varianten möglich ist, in seine Geschichte. Dadurch ist die Handlung total überfrachtet und für mich nicht mehr glaubwürdig.

Es ist sicher nicht leicht, in Skandinavien sein Debüt als Autor von Thrillern zu geben, denn man tritt in große Fußstapfen. Hier scheint es mir, als würde von jedem der großen Autoren das Beste genommen und neu zusammengebaut. Das ist sehr schade, denn so entwickelt man keinen eigenen Stil.

Betrachtet man den Charakter von Alexandra Bengtsson, erfährt man viel über Prägungen in der Kindheit, Verdrängungsmechanismen, Traumata und sich auf das eigene Leben übertragende Muster, die man sich oft nicht eingestehen will. Diese Aspekte machen das Buch durchaus lesenswert. Ich kann mir vorstellen, dass Svernström sehr gute Thriller schreiben könnte, wenn er sich von dem löst, was bisher in vielen schwedischen Thrillern zu finden ist. Denn Spannung aufbauen und in den Charakter der Menschen blicken, das kann er wirklich sehr gut!

Fazit:

Die unglaubliche Brutalität ist nichts für mich. Daher kann ich diesem Buch nur drei Herzen geben.

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