Zu Staub

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

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Bildquelle: Rowohlt Verlag

Allgemeines:

Jane Harper wurde in England geboren und wanderte mit ihren Eltern im Alter von acht Jahren nach Australien aus. Sie kehrte als Teenager nach England zurück, studierte dort, ging aber als Erwachsene erneut nach Australien. Dort arbeitet sie als Journalistin beim Herald Sun. Sie lebt in Melbourne. Für ihren ersten Thriller Hitze erhielt sie den renommierten „Gold Dagger“. Zu Staub ist ihr drittes Buch. Es ist am 23.07.2019 als Paperback bei Rowohlt erschienen und umfasst 416 Seiten.

Inhalt:

„Der neue Roman von der «Queen of Crime» (Sunday Times). Eindringlich schreibt Jane Harper über die gnadenlose australische Wildnis und über Menschen, die grausamer sein können als jede Natur. Zwei Brüder treffen sich am Zaun, der ihre Farmen voneinander trennt. Tief im Outback sind sie einander die einzigen Nachbarn. Ihre Häuser liegen vier Stunden Autofahrt voneinander entfernt. Cam, der mittlere Bruder, der die Familienranch verwaltete, liegt tot zu ihren Füßen. Er ist allein in der Hitze gestorben. Die beiden Männer bringen ihren Bruder heim auf die Ranch. Aber in der tiefen Trauer wächst das Misstrauen. Was, wenn Cam keines natürlichen Todes gestorben ist? Was, wenn Isolation und Einsamkeit hier im Nirgendwo die Menschen verändern – zum Bösen?“ (Quelle: Rowohlt Verlagsseite)

Meine Meinung:

Jane Harper hat auch mit ihrem dritten Thriller wieder ein großartiges Buch vorgelegt. Sie versteht es einfach, einen unglaublich spannenden Plot zu entwickeln, der vordergründig gar nicht so viel hermacht: Ein Toter, eine Familie, deren Geschichte sich um diesen Tod rankt, also eigentlich nichts Besonderes. Aber wie die Handlung erzählt wird, das ist wirklich besonders – besonders beeindruckend. Harper schreibt aus einer nicht wertenden Perspektive, sie beschreibt, was passiert, ist quasi ein stiller Beobachter. Sie wendet sich den wichtigen Ereignissen und Charakteren zu und lässt dabei die verschiedenen Positionen und Denkweisen ihrer Protagonisten zu, indem sie diese entweder zu Wort kommen oder durch Rückblicke Erklärungen reifen lässt. Der Leser muss sich selber positionieren: Wem will er glauben? Zu wem will er halten? Wen verurteilt er? Wen versteht er?

Ort der Handlung ist das australische Outback, die oft unbesiedelten und hauptsächlich trockenen Regionen im australischen Inland. (Derartige Handlungsorte scheinen ein Steckenpferd von Harper zu sein. Ihre beiden andere Thriller Hitze und Ins Dunkel sind ebenfalls in Australien angesiedelt. Allerdings gibt es hier einen Ermittler, anders als in Zu Staub.)

Harper schafft eine Atmosphäre, die einen beim Lesen in die Hitze und Einsamkeit des Outbacks entführt, man spürt die Einsamkeit, den Staub, die Trockenheit geradezu und bekommt eindrücklich vor Augen geführt, wie schnell ein Leben dort zu Ende sein kann, wenn man sich nicht an die Regeln des Lebens dort hält. Man erfährt ganz nebenbei eine Menge über das harte Leben im Outback, über die Entbehrungen, die technischen Probleme, das alltägliche Leben. Wer dort lebt, muss damit klarkommen, auf sich gestellt überleben zu können.

Zur Handlung: Am Grab einer Legende, dem sogenannten „Stockmann-Grab“, mitten in der Einöde, wird die Leiche Camerons von dessen Bruder Bub gefunden. Zunächst scheint alles eindeutig, Cameron scheint in der Hitze Australiens verdurstet zu sein. Schon bald aber kommen Nathan, dem anderen Bruder, Zweifel, denn Cameron ist ein erfahrener Rancher, der niemals ohne Wasser unterwegs sein würde. Cameron ist in der Nachbarschaft ausgesprochen beliebt, jeder weiß nur Gutes über ihn zu sagen. Im Gegensatz dazu stehen seine Brüder, die von ihren Mitmenschen nicht so geschätzt werden wie er. Alle drei sind Rancher mit sehr unterschiedlichen Vorlieben und Prinzipien. Nach und nach entwickelt sich die Geschichte der Familie mit all ihren Facetten. Sämtliche Personen, die Berührungspunkte mit Cameron haben, werden eine Rolle spielen. Der Leser erfährt immer mehr Einzelheiten und beginnt, sein Bild, das er von Cameron hat, zu verändern: Wie steht er zu seinen Brüdern? Was ist er für ein Vater? Wie sorgt er für seine Familie? Wie behandelt er sein Personal? Wer ist Cameron wirklich? Immer wieder muss man seine Einschätzung revidieren, bis man letztendlich alle Informationen richtig zusammengesetzt hat. Nicht ist vorhersehbar, vieles ist möglich!

Das einzige Manko des Buches ist die sehr schnelle und überhastete Auflösung am Ende. Dafür gibt es einen Abzug in der Bewertung.

Fazit:

Ein toller Thriller, den man in einem Rutsch wegliest.

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