Dunkelsommer

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

9783442205783
Quelle: Goldmann

Allgemeines:

Dunkelsommer ist das Debüt von Stina Jackson. Sie ist in Schweden geboren und aufgewachsen, lebt heute aber in Denver, Colorado. Dort schrieb sie ihren Roman und wird als aufstrebender Stern der schwedischen Krimiszene gehandelt. Dunkelsommer erscheint heute, am 22.07.2019, als Paperback bei Goldmann und umfasst 351 Seiten.

Inhalt:

„Drei Jahre ist es her, dass Lelles Tochter in einem abgelegenen Teil Nordschwedens spurlos verschwand. Seither fährt er jeden Sommer im düsteren Licht der Mitternachtssonne die Straße ab, an der Lina zuletzt gesehen wurde. Nacht für Nacht sucht er verzweifelt nach seiner Tochter, nach sich selbst und nach Erlösung. Dann kommt eines Tages die siebzehnjährige Meja in der Hoffnung auf einen Neuanfang in Norrland an. Doch als sich die Dunkelheit des aufkommenden Herbstes über das Land legt, verschwindet ein weiteres Mädchen. Und Lelles und Mejas Leben werden durch dramatische Ereignisse miteinander verbunden, die sie nie wieder loslassen werden.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Dunkelsommer wird damit beworben, bester schwedischer Spannungsroman zu sein. Dieser Meinung kann ich mich leider nicht anschließen. Stina Jackson bedient aus meiner Sicht so ziemlich jedes Klischee, das zu einem Spannungsroman gehört: ein verschwundenes Kind, ein verdächtiger Vater und Freund, eine kaputte Ehe, eine sektenähnlich lebende archaische Gemeinschaft in den einsamen Wäldern von Nordschweden, ein charismatisches Familienoberhaupt, Gefangenschaft und Gewalt. Alles mixt sie zusammen zu einem durchaus spannenden Buch, dessen Handlung dem Leser, der Krimis, Psychothriller und Spannung liebt, aber allzu schnell vorhersehbar erscheint. Das ist einfach schade. Der Aufbau des Buches ist gekonnt gemacht. Es gibt einen ständigen Wechsel zwischen zwei Erzählsträngen. Auf der einen Seite Lelle, der seine seit drei Jahren verschwundene Tochter sucht und in jeder Nacht mit seinem Auto durch die einsamen Straßen Nordschwedens fährt. Auf der anderen Seite Meja, die keine Geborgenheit und Liebe kennt und mit ihrer Mutter seit sie denken kann durch Schweden zieht. Nirgendwo zu Hause, immer auf dem Sprung, keine Struktur im Leben und immer auf der Suche nach Beständigkeit. In dem Jungen Carl-Johan, den sie zufällig in ihrer aktuellen Lebensumgebung trifft, glaubt sie ihren Retter gefunden zu haben. Jackson schafft es, glaubwürdige Charaktere aufzubauen. Man versteht die Beweggründe, die Handlungen und Lebensformen der Protagonisten, kann nachvollziehen, warum sie sind wie sie sind. Das ist eine Stärke des Buches. Eine Schwäche zeigt sich für mich beim Aufbau: Beide Erzählstränge driften aufeinander zu und man ahnt schon nach wenigen Seiten, was geschehen könnte. Selbst das Ende des Buches ahnt man voraus, ein Ende, das ich persönlich ziemlich unglaubwürdig und kitschig finde. Der Titel Dunkelsommer ist metaphorisch zu deuten: Der Sommer, in dem Lina, Lelles und Anettes Tochter verschwand, aber auch ein weiteres Mädchen, wird trotz der im Midsommer herrschenden ständigen Helligkeit dunkel und düster, auch absolut vorhersehbar und dadurch eigentlich auch sehr platt.  Der Titel der Originalausgabe lautet Silvervägen (Silberner Weg/Weg aus Silber). Das passt sehr viel besser als die deutsche Übersetzung. Den Stil von Stina Jackson kann man eigentlich nicht wirklich beurteilen, da das Buch aus dem Schwedischen übersetzt wurde. Vielleicht lässt sich dadurch die Euphorie der schwedischen Bestsellerautorin Åsa Larsson, die ich sehr schätze, erklären, die über dieses Buch schreibt:

„Wenn Dunkelsommer nicht mindestens den schwedischen Krimipreis bekommt und eine Netflix-Serie wird, nun, dann muss ich der Autorin den Åsa-Larsson-Award verleihen.“ (Klappentext)

Für die deutschsprachige Ausgabe würde sie dieses vielleicht anders sehen. Vielleicht ist es aber auch so, dass dieses Buch als Film besser funktioniert als in geschriebener Form. Die ständigen Perspektivwechsel bieten hierfür viel Potential.

Fazit:

Kann man lesen, muss man aber nicht. Ein Buch für einen Nachmittag auf der Couch, das man in einem Rutsch durchliest.

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