Space Girls

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

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Bildquelle: Rowohlt Verlag

Allgemeines:

Space Girls ist das dritte Buch von Maiken Nielsen. Sie befasst sich gerne mit historischen Stoffen und schafft es, auf dieser Grundlage spannende Geschichten zu entwickeln. Sie lebt in Hamburg und arbeitet für den NDR.

Space Girls ist am 21.05.2019 bei Wunderlich (Rowohlt Verlag) als gebundenes Buch erschienen und umfasst 430 Seiten.

Inhalt:

„Juni wächst in den 50er-Jahren auf einem Flugplatz in New Orleans auf. Für das wilde Kind gibt es nichts Schöneres, als mit ihrem Stiefvater an Flugzeugen herumzubasteln. Doch Juni will mehr: zu den Sternen fliegen. Jahre später kommt sie diesem Traum ein Stück näher: Mit zwölf anderen Frauen wird sie zum Astronauten-Training der NASA zugelassen. Es beginnt eine Zeit der mörderischen Tests. Doch Juni hält durch und erzielt herausragende Ergebnisse. Ihr Traum vom Flug zu den Sternen scheint kurz vor der Erfüllung zu stehen, da erreicht sie eine niederschmetternde Nachricht: Keine der Frauen darf ins All, Männer wie John Glenn erhalten den Vorzug. Juni ist am Boden zerstört. Aber sie beschließt zu kämpfen. Für ihre Rechte, für ihren Traum …“ (Quelle Rowohlt Verlagsseite)

Meine Meinung:

Dieses Buch ist so ganz anders als der Klappentext es vermuten lässt. Es ist viel mehr als nur ein Buch über Raumfahrt! Es geht viel tiefer in historische Zusammenhänge, den Zweiten Weltkrieg, die Gräueltaten der Nazis und ihrer Mitläufer, die Entwicklung der Raumfahrt.

Es gibt mehrere Handlungsebenen. Die historische Figur des Wernher von Braun ist eine davon. Weitere sind die des Zweiten Weltkriegs, die der beginnenden Raumfahrt und des Sputnikschocks.

Die Geschichte beginnt in den 1950er Jahren und greift dann die anderen Zeitebenen auf. Die Erzählperspektiven wechseln, man wird mit Martha, der Mutter von Juni konfrontiert, die mit ihrer Tochter Nazideutschland verlässt und erst spät erfährt, welches Schicksal ihren Eltern wiederfahren ist. Martha wird von ihrer Vergangenheit verfolgt und muss immer fürchten, als Deutsche enttarnt zu werden, obwohl, sie selber verfolgt wurde. Sie flieht zunächst nach Frankreich, wo Juni eine innige Freundschaft zu dem kleinen Louis aufbaut, der in ihrem späteren Leben noch eine Rolle spielen wird. Später baut sich Martha mit Juni und ihrem späteren Mann ein neues Leben in Amerika auf. Die Figur Junis ist unglaublich sympathisch. Sie ist das Sinnbild eines Kindes und jungen Mädchens, das weiß, was es will und sich nicht unterkriegen lässt. Ihren großen Traum Pilotin zu werden und zum Mond zu fliegen, will sie unbedingt verwirklichen. Die Entwicklung Junis bildet den zweiten großen Erzählstrang. Ihre Lebensfreude und ihr unermüdlicher Einsatz für Ihre Ziele prägen ihre Entwicklung. Es ist manchmal wirklich schwer zu ertragen, wie der Blick auf Frauen in den 1950er und 60er Jahren war:

„Denn wer ins All fliegen wollte, musste tapfer sein. Aber für den Raumfahrmediziner Lovelace waren andere Voraussetzungen mindestens ebenso wichtig: die Fähigkeit nämlich, Langeweile zu ertragen. Und wer konnte das besser als Hausfrauen? Auch Schmerzen ertrugen Frauen besser, nicht umsonst fügten ihr Mann und Natur welche zu. (…) Um die Sache perfekt zu machen, waren Frauen kleiner und leichter und verbrauchten somit weniger Sauerstoff in einer Rakete.“ (S.192)

Maiken Nielsen ist eine tolle Erzählerin. Man muss sich nicht für die Raumfahrt interessieren, um dieses Buch spannend finden zu können.

Das Thema der Gleichberechtigung, des Feminismus‘ lässt sich am Beispiel der Raumfahrt besonders gut festmachen, gibt es doch bis heute nur wenige Frauen in der Raumfahrt. Zudem thematisiert Nielsen die Rolle des Wernher von Braun, der für die Nazis Raketen entwickelt hat und später quasi zu den Amerikanern übergelaufen ist, als er ihnen nach Ende des Zweiten Weltkrieges sein Know-how über die Raketenforschung zur Verfügung gestellt hat, um im Nachkriegsdeutschland nicht zur Verantwortung gezogen zu werden.

Einziges Manko ist, dass Maike Nielsen manchmal zu viel will und das Hin- und Herspringen zwischen den Handlungsorten dadurch unübersichtlich wird. Aufmerksames Lesen ist bis zur letzten Seite gefordert!

Fazit:

Empfehlenswert, verlangt vom Leser aber viel.

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