Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby (und wie am Ende alle glücklich wurden)

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

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Bildquelle: Jane Fetzer, dtv Junior

Allgemeines:

Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby (und wie am Ende alle glücklich wurden) ist am 28.02.2019 als gebundenes Büchlein bei dtv Junior erschienen. Das Büchlein hat 176 Seiten und wird vom Verlag ab einem Lesealter von neun Jahren empfohlen. Im Verlauf dieser Rezension weise ich auf einige Gründe hin, die die Geschichte in meinen Augen für so junge Leser nicht als geeignet erscheinen lassen.

Inhalt:

„Wie die Willoughby-Kinder zu glücklichen Waisen wurden

Die Willoughby-Geschwister – Timothy, die Zwillinge Barnaby A und Barnaby B und ihre kleine Schwester Jane – sind altmodische Kinder, die altmodische Abenteuer lieben. Unglücklicherweise sind die Willoughby-Eltern nicht besonders angetan von ihren Kindern. Tatsächlich ist es umgekehrt nicht anders. Auf dem Weg zu ihrem ersehnten Ziel – dem Dasein als Waisen – erleben die Geschwister so manches altmodische Abenteuer und machen seltsame Bekanntschaften, zum Beispiel mit einem skurrilen Kindermädchen, einem scheußlichen Baby und einem melancholischen Fabrikanten. Selbstverständlich gibt es ein ordnungsgemäßes Happy End für alle Beteiligten – wie bei allen altmodischen Kinderbüchern.“ (Quelle: Verlagsseite dtv)

Meine Meinung:

Auf die Geschichte, die den etwas sperrigen Namen Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby (und wie am Ende alle glücklich wurden) trägt, bin ich in der Vorschau des dtv Verlags gestoßen. Der skurrile Titel hat mich sogleich neugierig gemacht. Dahinter konnte sich ja nur eine gute Geschichte verbergen. Und so ist es auch.

Interessierte Leser halten mit diesem Büchlein ein herrlich abstruses Exemplar in der

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Bildquelle: Jane Fetzer, dtv Junior

Hand. Ben Aaronovitch hat mir dieses Wort nähergebracht. Aber was bedeutet abstrus eigentlich? Die grundlegende Wortbedeutung des Adjektivs ist „verworren, unklar“. Synonym werden Begriffe wie „abwegig und chaotisch“ verwendet. In der Familie Willoughby ist vor allem eins verworren, unklar und abwegig: Wie zur Hölle kann man sie als Familie bezeichnen? Ein so chaotischer Haufen an Charakteren, die irgendwie zusammenleben, aber eigentlich keine familiären Beziehungen miteinander haben, außer die der Blutsverwandtschaft. Den Eltern ist es egal, was ihre Kinder tun. Ja, sie wollen sie sogar loswerden! Sie kennen nicht einmal alle Namen ihrer Kinder. In ihrer Abwesenheit lassen sie die Kinder mit einem ihnen unbekannten Kindermädchen allein, schreiben das Haus zum Verkauf aus und teilen den Kindern mit, dass sie ausziehen müssen. Wenn man nun denkt, dass die Kinder davon schwer getroffen sind, hat man falsch gedacht. Auch die Kinder fassen den Plan, lieber elternlos zu sein. Klingt böse, ist es auch!

Die Geschichte hat einen herrlich altmodischen Schreibstil. Das ist so gewollt, schließlich ist die Familie Willoughby eben auch herrlich altmodisch. Sie leben in einer altmodischen Stadt, die Eltern machen eine altmodische Weltreise und es sind altmodische Kinder. Als Leser fliegt man nur so durch die Seiten, die zu allem Überfluss auch noch mit altmodischen Zeichnungen zu jedem Kapitelbeginn verziert sind.

Ihr könnt vermutlich erkennen, dass ihr dieses Buch keineswegs zu jungen Lesern als Lektüre geben solltet. Die intendierte Zielgruppe des Verlags ist aber die der jungen Leser. Das Buch ist bei dtv Junior erschienen und wird ab neun Jahren empfohlen. Dem möchte ich vehement widersprechen – natürlich können Kinder in diesem Alter das Buch lesen. Wie es dann aber mit dem Verstehen des schwarzen Humors, der befremdlichen Ereignisse und der schrägen Handlung aussieht, das stelle ich mal zur Diskussion… Eventuell wirkt das Zusammenspiel auch wenig förderlich auf gute nächtliche Träume. Insgesamt würde ich die Geschichte frühestens ab 12 Jahren empfehlen – auch dann ist sie an vielen Stellen noch so besonders, dass sie vermutlich erklärungsbedürftig sein wird. Vergleichbar ist das Buch wohl am ehesten mit Geschichten von Roald Dahl oder der Buchreihe Lemony Snicket. Mich konnte die zugleich düstere und an vielen Stellen warmherzige Geschichte begeistern. Vielleicht könnte man sie eher als Buch für Erwachsene vermarkten?

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch den Anhang des Buches. Dort sind viele andere literarische Werke aufgelistet, in den Waisenkinder eine tragische Rolle spielen, die sich durch ein bestimmtes Ereignis zum Guten wendet. Innerhalb der Geschichte wurde mit so manchem Querverweis gearbeitet, den man mit diesem Wissen noch besser verstehen kann. Zusätzlich regt der Anhang dazu an, sich die erwähnten Geschichten noch einmal genauer anzuschauen.

Fazit:

Eine herrlich schräge und skurrile kleine Geschichte für erwachsene Leser.

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