Die Opfer, die man bringt

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

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Bildquelle: Rowohlt Verlag

Allgemeines:

Michael Hjorth ist ein erfolgreicher schwedischer Produzent, Regisseur und Drehbuchautor. Er schrieb u.a. Drehbücher für die Verfilmungen der Romane von Henning Mankell.

Hans Rosenfeldt schreibt Drehbücher, zuletzt für die international bislang erfolgreichste skandinavische Serie «Die Brücke», die zahlreiche Preise erhielt. Beide schreiben gemeinsam an der Sebastian-Berg-Reihe.

Mit Die Opfer, die man bringt legen Hjorth und Rosenfeldt den sechsten Band ihrer Krimireihe um den Kriminalpsychologen Sebastian Berg und sein Team vor. Das Buch ist am 11. Oktober 2018 als Hardcover bei Wunderlich (Rowohlt) erschienen und umfasst 556 Seiten.

Inhalt:

„Kriminalpsychologe Sebastian Bergman hat sich damit abgefunden, dass er Kommissar Höglunds Team bei der Reichsmordkommission verlassen musste. Er widmet sich seinem Buchprojekt und hält Vorträge, einzig zu Tatortanalytikerin Ursula hat er noch Kontakt. Seine Tochter Vanja will ihn weder sehen noch sprechen. Vanja arbeitet inzwischen bei der Polizei in Uppsala, sie ermittelt in einer perfiden Vergewaltigungsserie. Als die Reichsmordkommission eingeschaltet und auch Sebastian Bergman hinzugezogen wird, trifft das Team von einst wieder zusammen: Alte Konflikte drohen zu eskalieren. Und der brutale Vergewaltiger schlägt weiter zu. Bei der Suche nach ihm verdichten sich die Hinweise, dass er seine Opfer nicht zufällig auswählt. Doch gleich mehrere Personen scheinen verhindern zu wollen, dass die Verbindung zwischen den Frauen ans Licht kommt und der Täter gefasst wird.“ (Quelle: Rowohlt Verlagsseite)

Meine Meinung:

Da es sich um den sechsten Band der Reihe um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman handelt, dauert es einige Zeit, bis man in dieses Buch wirklich hineinkommt, wenn man die anderen Bände nicht gelesen hat. Die Autoren verstehen es sehr geschickt, die wichtigen Personen, die sowohl in diesem als auch in den anderen Bänden eine Rolle spielen, einzuführen. Hierzu verbinden sie gekonnt die Gegenwart mit Rückblenden. So erhält der Leser einen Einstieg in das Buch, der in keinem Fall Langeweile aufkommen lässt und natürlich neugierig macht auf die vorangegangenen Bände der Reihe. Diese liegen alle als Taschenbücher vor. Es lohnt sich, sie zu lesen!

Sebastian Bergman ist ein Mann mit vielen Facetten: brillanter Ermittler, kluger Stratege, gleichzeitig frauenliebend und -verachtend, sexsüchtig (wie seine Tochter behauptet), lässt keinen Einblick in seine Gefühlswelt zu, ehrgeizig, knallhart und sehr auf seinen Vorteil bedacht. Zudem ist er ein brillanter Kriminalpsychologe mit einem messerscharfen Verstand. Seine Achillesferse ist die Beziehung zu seiner Tochter Vanja. Er hat das Verhältnis zu ihr lange schleifen lassen und sie sehr lange nicht wissen lassen, dass er ihr biologischer Vater ist. Unter fadenscheinigen Vorwänden (sie arbeitet ebenfalls bei der Polizei) hat er sich ihr in der Rolle eines Kollegen genähert, ohne seine Identität zunächst preiszugeben. Das verzeiht sie ihm nicht, aber Bergman gibt nicht auf und ergreift in diesem Buch erneut die Chance, mit ihr zusammenzuarbeiten, was zu Konflikten führt, denn er weiß genau, dass sie nicht auf ihn treffen möchte, dieses aber nicht verhindern kann, da ihr Zusammentreffen ja berufliche Gründe hat. Wieder mischt er sich ein, wo es besser wäre, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Die Sicht Vanjas auf ihren leiblichen Vater Bergman lässt sich durch das folgende Zitat sehr gut beschreiben:

„Immer wieder war es ihm gelungen, sich in ihre Ermittlungen hineinzustehlen und dem Team und ihr immer näher zu kommen. Es spielte keine Rolle, wie oft sie ihn schon hinausgeworfen hatten, er kam immer zurück. Wie ein menschlicher Bumerang.“ (S.99)

Aus ihr spricht die pure Ablehnung und tiefes Misstrauen. Bergman dagegen möchte Zugang zu seiner Tochter:

„Er hatte eine letzte Chance bekommen, alles wieder einzurenken. Und diesmal wollte er es auf keinen Fall vermasseln. Vanja nicht verraten, nichts zerstören.“ (S.110)

Gleichzeitig hat er sich nicht im Griff und wirft mit Verletzungen im gesamten Team nur so um sich. Wird er sich irgendwann ändern?

Alle Charaktere in Die Opfer, die man bringt sind ambivalent gestaltet. Jeder von ihnen ist hundertprozentig bei der Sache, wenn es um die Ermittlungsarbeit geht, alle sind Profi genug, um persönliche Probleme nicht einfließen zulassen, meistens wenigstens. Auf der anderen Seite hat jeder auch eine weniger erfreuliche Seite, wenn man seinen wahren Charakter betrachtet. Das macht die Besonderheit dieses Buches und auch dieser Reihe aus. Hjorth und Rosenfeldt haben in ihre Figuren viel Herzblut investiert. Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen, denn es ist ein richtig guter Krimi und Sozialstudie gleichermaßen. Und: Es ist nicht zu merken, dass zwei Autoren an diesem Buch geschrieben haben. Toll!

Fazit:

Unbedingt lesen! Am besten die ganze Reihe, dann kann man so richtig in die Welt der Reichsmordkommission und in die ihrer Mitarbeiter eintauchen.

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