Das Buch der vergessenen Artisten

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Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag mit |Werbung|. Für meine Beiträge werde ich grundsätzlich nicht bezahlt.

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Vera Buck hat bereits mit ihrem ersten Roman Runa große Anerkennung gefunden und legt nun ihr zweites Werk vor, das sich mit einem bisher wenig beachteten, aber gerade deshalb umso wichtigeren Thema beschäftigt, der politischen Verfolgung  von Schaustellern, Artisten und Varieteekünstlern im Dritten Reich.

Das Buch der vergessenen Artisten ist am 10.09.2018 im Limes Verlag erschienen und umfasst 752 Seiten.

Inhalt:

„Deutschland, 1902. Mathis ist der dreizehnte Sohn eines Bohnenbauern, sein Leben zwischen Äckern und Feldern scheint vorherbestimmt. Erst als der Jahrmarkt im Dorf Einzug hält, bekommt Mathis eine Ahnung von der großen, weiten Welt jenseits der Hügel, die den Ort umgeben. Eine Welt, in der elektrische Wunder, Kuriositäten und schillernde Showbühnen auf ihn warten und in der auch er einen Platz haben will. Zusammen mit den Schaustellern begibt sich Mathis auf eine außergewöhnliche Reise.

Nach über dreißig Jahren als Röntgenkünstler lebt Mathis mit seiner Partnerin, der Kraftfrau Meta, in einer Wohnwagensiedlung am Rande Berlins. Es sind düstere Zeiten für die Artisten: Auftrittsverbote werden verhängt, Bühnen dichtgemacht. Doch in geheimen Clubs und Künstlertreffs lebt die Vergangenheit weiter. Genau wie in dem Buch, an dem Mathis schreibt – einem Buch, das Geheimnisse birgt und unter keinen Umständen in die falschen Hände geraten darf …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Vera Bucks Das Buch der vergessen Artisten ist etwas ganz Besonderes. Schon das Cover ist ein echter Hingucker, der Umfang des Buches ist beeindruckend. Die Thematik ist schwere Kost, geht es doch um Menschen, die im Dritten Reich, verfolgt, gedemütigt, misshandelt und weggesperrt wurden. Buck nimmt sich einer Seite der Gesellschaft an, die es auch in der heutigen Zeit noch schwer hat, sie stellt die Artisten und Schausteller und deren Schicksale in der Zeit von 1902 bis 1939 in den Fokus ihrer Geschichte. Es handelt sich hier sozusagen um eine Geschichte in der Geschichte, denn die Hauptfigur Mathis Bohnsack setzt alles daran, um dieses Buch der vergessenen Artisten zu schreiben. Er, der selber zu einer Gruppe von Schaustellern gehört, sucht nach Menschen, die ein Auftrittsverbot haben, weil ihre Texte, ihre politische Einstellung, ihre Herkunft, nicht systemkonform sind. Und davon gibt es im erstarkenden Hitlerdeutschland genug. Er will sie befragen, um ihr Schicksal aufzuschreiben und sie so unvergessen zu machen.

Buck schafft es, in diesem Buch trotz der harten Thematik, den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen. Ihre Figuren verfügen über einen gesunden Menschenverstand und eine gehörige Portion Lebenstüchtigkeit und Selbstironie. Diese Mischung macht das Buch so lesenswert.

Das Buch der vergessenen Artisten nimmt zwei Zeitebenen in den Blick: Die Zeit um 1900, Mathis‘ Kindheit, und die Zeit um 1930, sein weiteres Leben in der Zeit der Sanktionen und Verfolgung.

Was zwischen diesen Abschnitten seines Lebens geschieht, erfährt man nach und nach und kann sich so ein eigenes Bild von diesem Leben machen.

Mathis‘ große Liebe Meta spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in diesem Buch. Sie ist in vielerlei Hinsicht sein Gegenspieler. Er handelt fast immer überlegt und denkt über mögliche Konsequenzen seines Handelns nach, sie ist sehr impulsiv, hat einen ausgeprägten Spürsinn für Gerechtigkeit und handelt oft so, dass sie sich und andere durchaus in Gefahr bringt. Außerdem hat sie eine besondere Achillesferse: ihren geistig behinderten Bruder, der bei ihr und Mathis in der Schaustellerkolonie in Berlin lebt. Menschen wie er werden besonders verfolgt, daher muss und will sie ihn schützen, was immer schwieriger wird. Dann gibt es noch einen Künstler, der von Meta begeistert ist und sie unbedingt als Statue verewigen will. Seine Figur ist ambivalent angelegt: Man weiß nicht, wie weit seine Sympathie mit der Ideologie der Rassisten konform geht, ein weiterer Baustein des Romans, der die Spannung erhält.

Bucks Buch wird zunehmend düster und geht so konform mit der politischen Situation im Deutschen Reich.

Fazit:

Das Buch hat mich sehr berührt und gleichzeitig mein geschichtliches Wissen erweitert. Ich kann es sehr empfehlen.

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