Äquator

#rezensionsexemplar

9783570103401
Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Antonin Varenne veröffentlichte 2006 seinen ersten Roman. 2009 erhielt er für den Roman Fakirs den Prix Michel Lebrun und den Prix Sang d’encre.

Er selber ist – wie seine Romanhelden – über die Kontinente hinweg viel gereist, also auch ein richtiger Abenteurer. Äquator ist als gebundenes Buch am 19.03.2018 bei C. Bertelsmann erschienen und umfasst 432 Seiten.

Inhalt:

„Dieb und Brandstifter in Nebraska, Deserteur im amerikanischen Bürgerkrieg, Mörder in Nevada: Pete Ferguson ist ein Mann auf der Flucht. Er ist auf der Suche nach dem Äquator, dem Ort, wo sich angeblich alles ins Gegenteil verkehrt, die Träume wahr werden und er von seinen Dämonen befreit wird. Wird er dieses verheißungsvolle Land finden? In Äquator schildert Antonin Varenne virtuos Pete Fergusons Weg von den großen Weiten des amerikanischen Westens über Guatemala bis in die dichten Urwälder Brasiliens. Mit dieser atemberaubenden und zutiefst ergreifenden Odyssee bestätigt der Autor seinen Ruf als Erneuerer des großen Abenteuerromans mit den erzählerischen Mitteln des 21. Jahrhunderts.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Ich bin eine Vielleserin, die verschiedene Genres liebt. Abenteuerromane gehören in jedem Fall auch dazu. Auch Western wie True Grit habe ich gerne gesehen. Vieles an Varennes Erzählweise, seine Helden, aber auch seine Antihelden und die Ausgestaltung der Handlungen erinnern mich an diesen Film.

Varennes Die sieben Leben des Arthur Bowman habe ich geradezu verschlungen. Auch Die Treibjagd hat mir von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut gefallen (meine Rezension dazu findet ihr hier). Darum habe ich mich sehr gefreut, als nun Äquator erschien.

Inhaltlich knüpft Varenne an Die sieben Leben des Arthur Bowman an. Sein Protagonist Pete arbeitet zunächst auf dessen Ranch. Man muss aber das Buch nicht gelesen haben, um Äquator zu verstehen. Die Handlung beginnt im Jahr 1871 in Nebraska. Pete ist ein Mensch voller widersprüchlicher Gefühle und Charaktereigenschaften. Auf der einen Seite eiskalt, brutal und jähzornig, auf der anderen Seite unsicher, sentimental und – ja – sogar ängstlich.

„Während er sich am Zügel des Mustangs festhielt, um sich aufzurichten, war es, als spürte er alle Schmerzen, alle Schläge, alle Brüche und alle Stürze seines Lebens auf einmal. Den Huf einer Kuh auf seinem Bein, den Planwagen, der auf ihn gefallen war, den Rückstoß vom Gewehr seines Vaters, als er damit das erste Mal geschossen und sich dabei den Arm ausgekugelt hatte, die Prügel des Alten.“ (S. 104)

Ich empfinde sofort Sympathie für ihn, wohlwissend, dass er mich im Verlauf der Handlung so manches Mal enttäuschen wird. Pete muss die Ranch Bowmans verlassen, weil er in seinem Jähzorn einen Mord begangen hat. Er zieht durchs Land, trifft auf Büffeljäger und Indianer, lauscht ihren Erzählungen am Lagerfeuer. Dort hört er von dem Land Äquator, das für ihn zu einem Hoffnungsschimmer wird. Dort, so glaubt er, wird alles gut. Er macht sich auf den Weg durch die amerikanischen Kontinente, besteht – wie sollte es bei einem Abenteuerroman anders sein – viele Abenteuer, erlebt Gutes und Schlechtes, immer auf der Suche nach seinem Seelenfrieden. Ob er ihn finden wird? Lest selber!

Der Schreibstil Varennes ist schnörkellos und direkt. Die Dialoge könnten eins zu eins so in einer Verfilmung vorkommen. Das Abenteuerfeeling entsteht beim Lesen sofort. Nun könnte man denken: typisches Männerbuch. Ist es aber nicht, wenn man Abenteuerromane mag.

Das Titelbild ist ein echter Hingucker. Ein Mann allein auf einem Pferd, vor ihm eine gigantische Felswand und ein Urwald. Die Stimmung wirkt, durch die Farbgebung bedingt, düster. Besser können Handlung und Cover gar nicht zusammenpassen. Ein Minuspunkt sind die wechselnden Schauplätze. Man kriegt manchmal nicht zusammen, wie alles miteinander verbunden ist. Die Charaktere werden nicht immer so eingeführt, dass man weiß, wie sie zu Pete stehen, wie relevant sie sind, welchen Einfluss sie auf die Handlung haben. Viele Namen führen zudem manchmal zu Verwirrung.

Fazit:

Man muss Western und Abenteuer lieben und auch Brutalität aushalten können, um dieses Buch zu lesen. Äquator hat mir nicht so gut gefallen wie Varennes andere Bücher.

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