Der Andere

#rezensionsexemplar

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Anton Svensson, eigentlich Anders Roslund und Stefan Thunberg, ist das Pseudonym für diese beiden Autoren, die gemeinsam Der Vater und Der Andere geschrieben haben. Roslund gilt als einer der derzeit erfolgreichsten skandinavischen Krimiautoren. Er ist eigentlich investigativer Journalist. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er sein Talent in Der Vater eingebracht und eine Handlung entworfen hat, die auf wahren Ereignissen basiert. Er hat die Familiengeschichte. Stefan Thunbergs zum Anlass für diesen Roman genommen. Thunberg hat tatsächlich Brüder, die zu den meistgesuchten Kriminellen in Schweden gehörten. Er selber blieb wie durch ein Wunder von dieser kriminellen Entwicklung verschont. In Der Andere wird die Handlung des ersten Bandes aufgegriffen, allerdings sind hier die Ereignisse alle fiktiv. Der Andere ist im September 2017 als gebundenes Buch im Goldmann Verlag erschienen.

Inhalt:

! Da es sich um einen zweiten Band handelt, kann es ab hier zu Spoilern kommen !

„Leo wischt das Blut im Flur auf. Was geschehen ist, geht niemanden etwas an. Sie sind jetzt allein. Er trägt jetzt die Verantwortung für seine Brüder, während die Mutter im Krankenhaus und der Vater im Gefängnis ist. Und er weiß genau, was er tun wird. Er wird seinen ersten Coup begehen. Viele Jahre später verlässt Leo nach einer Serie von schwersten Raubüberfällen das Gefängnis. Und er hat nur ein einziges Ziel: das absolute Verbrechen begehen. Doch zum ersten Mal muss er ohne seine Brüder planen. Und als Kriminalinspektor Broncks merkt, wer Leos neuer Partner ist, ändert sich alles. Diesmal ist er zu weit gegangen …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Ich habe bereits Der Vater von Anton Svensson gelesen und war begeistert. Die Mischung aus Familiengeschichte, Psychothriller und Krimi ist wirklich gut gelungen. Leo, auch in Der Andere der Protagonist, kann einem, in Der Vater nur leidtun. Er kümmert sich um seine Brüder, will sie vor dem jähzornigen Vater beschützen. Am Ende sind dann alle kriminell und wandern ins Gefängnis. Mit der Entlassung Leos beginnt dieser zweite Band.

Der omnipräsente Vater ist sowohl aus den Köpfen der Familie als auch aus der Realität nicht wegzudenken. Die drei Brüder haben nach wie vor eine, wenn auch völlig unterschiedlich geartete, Beziehung zu ihm. Sie können sich ihm nicht entziehen, zumal er sie auch immer wieder aufspürt und den Kontakt sucht. Einfach tragisch. Selbst die schwer misshandelte Mutter ist emotional nicht völlig frei von ihrem früheren Ehemann. Durch dieses merkwürdige Verhältnis zum Vater entstehen zwischen den Brüdern Missempfindungen, Streitigkeiten, Lügen und Unaufrichtigkeit. Manchmal ist das sehr vorhersehbar und gerade deshalb fast unerträglich.

Dieses Buch zeigt auf sehr realistische Art und Weise, was mit Missbrauchsopfern geschehen kann und wie komplex die Strukturen innerhalb der Familienkonstellation sein können.

Die Brüder Leo, Felix und Vincent können nicht mit-, aber auch nicht ohne einander. Alle wollen eigentlich raus aus der Kriminalität und ein bürgerliches Leben führen. Leo als der älteste Bruder hat am meisten von der häuslichen Situation in der Kindheit mitbekommen und ist innerlich von unbändiger Wut erfüllt. Er erträgt es nach wie vor nicht, dass er seine Brüder und die Mutter aus seiner Sicht nicht genügend schützen konnte und weiß nicht wohin mit seinem Hass auf sich selbst und seinen Vater. Auf dem Weg in die Freiheit wird seine Gefühlswelt folgendermaßen beschrieben:

„Sie setzten ihren Weg in einem Tunnel fort, der in die Freiheit und in jenen Teil der Welt führte, in dem sich die Zeit vorwärts bewegte. Jetzt würde er sie wieder benutzen. In ihr aufgehen. Er wusste, was er tun würde […]. Es sich zurückholen. Sich zurückholen, was es nicht gab.“ (S. 46)

Diese Gedanken Leos lassen nichts Gutes vermuten. Wird sein Rachedurst siegen oder wird er in ein normales Leben zurückfinden? Wird der Leser ihn lieben oder verständnislos auf sein Handeln blicken? Wer wissen will, wie sich alles entwickelt, muss selber lesen.

Fazit:

Der Andere ist genauso spannend wie der erste Band und unbedingt zu empfehlen. Man sollte den ersten Band allerdings gelesen haben, wenn man alle Zusammenhänge wirklich verstehen will.

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