Das Päckchen

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Autor Franz Hohler ist ein Multitalent: Er arbeitet als Kabarettist, Humorist, Liedermacher und Schriftsteller. Er gestaltet Kinderstunden und Satiresendungen in Fernsehen und Hörfunk, schreibt Drehbücher für Filme, Theaterstücke für Kinder und Erwachsene, Hörbücher, Kurzgeschichten und Romane. Er gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Schweiz. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet. Das Päckchen ist im September 2017 als gebundenes Buch im Luchterhand Literaturverlag erschienen.

Inhalt:

„Als er gerade dienstlich in Bern ist, erreicht den Zürcher Bibliothekar Ernst ein offensichtlich irregeleiteter Anruf. Am anderen Ende der Leitung ist eine ihm unbekannte Frau, die ihn anfleht, umgehend zu ihr zu kommen. Aus einer Augenblickslaune heraus begibt sich Ernst zu der nahe gelegenen Adresse. Dort erwartet ihn eine alte Frau und drückt ihm ein Päckchen in die Hand mit der Bitte, es zu verwahren, damit es nicht in falsche Hände gerate. Zu seiner eigenen Verblüffung kommt Ernst der Bitte nach. Als er das Päckchen bei sich zu Hause öffnet, entdeckt er eine alte Handschrift, die er als ein Exemplar des „Abrogans“ erkennt, eines lateinisch-althochdeutschen Wörterbuchs, das als ältestes deutschsprachiges Buch überhaupt gilt. Sollte es sogar das bisher verschollene Original sein? Was, fragt sich Ernst, hat es mit diesem Fund auf sich? Und was soll er jetzt am besten tun …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Franz Hohler ist mir bisher als Verfasser von kurz- und Kürzestgeschichten bekannt. Eigentlich lese ich solche Art von Texten nicht gerne, aber er hat mich mit seiner Art des Erzählens gefesselt. Ganz zufällig bin ich auf seine Texte gestoßen und bereue es nicht, sie gelesen zu haben. Ganz im Gegenteil! Er hat einen genauen Blick für Details, seziert Handlung und Menschen geradezu und legt so das Innerste offen, dabei gelingt es ihm immer wieder durch unerwartete Wendungen zu verblüffen. Und kein Wort, das er schreibt, ist eins zu viel!

Als ich die Ankündigung zu Das Päckchen las, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen will. Und das war eine gute Entscheidung.

Zum Inhalt: Der Protagonist Ernst und seine Frau Jaqueline gehen beide anspruchsvollen Berufen nach, sind beide etwas schräge Charaktere und sich selbst genug. Zufrieden sind sie mit ihrem Leben! Aber diese Zufriedenheit wird empfindlich gestört, gestört durch ein eher beiläufiges Ereignis. Ernst wird mit einem anderen Ernst verwechselt und deckt diese Situation auch seiner Frau gegenüber nicht auf. Er, der grundehrliche Bibliothekar verstrickt sich ohne Not in ein Gespinst aus Lügen und weiß selbst nicht, wie ihm geschieht.

„Offenbar war er da in eine Gesetzmäßigkeit geraten, die ihm bisher nicht bewusst gewesen war, nämlich dass jede Lüge zwangsläufig eine nächste Lüge nach sich zieht. Die Zeit war eingab zu knapp, versuchte er sich zu beruhigen, um die Geschichte zu erzählen. Er nahm sich vor, seiner Frau am Abend alles zu berichten.“ (S. 25f.)

Neben der Geschichte um Ernst und Jacqueline macht Hohler noch einen anderen Erzählstrang auf. Es bleibt spannend und unvorhersehbar, was noch geschehen wird.

Bei diesem Buch lohnt es sich auch das Cover genauer anzuschauen: Ein Mann und sein Schatten auf dem Weg in die Dunkelheit. Es wäre auch merkwürdig, wenn Hohler nicht auch da ein Wörtchen mitzureden gehabt hätte.

Fazit:

Einfach nur großartig.

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