Drone

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Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Allgemeines:

Bart-Jan Kazemier ist In den Niederlanden durch seine Dokumentarfilme bekannt und wurde für diese mehrfach international ausgezeichnet. Drone ist sein erster Roman, der auch auf Deutsch aufgelegt wird. Im August 2017 ist er als Taschenbuch im Penguin Verlag erschienen.

Inhalt:

„Ein ehemaliger Elitesoldat wird zum Staatsfeind. Eine Politikerin entscheidet über Leben und Tod. Ein gefährliches Spiel beginnt.

Als Eliot Koler eine verschlüsselte Nachricht erhält, ist alles wieder da – das afghanische Dorf, die Explosion, die vielen Toten. Die Informationen, über die seine ehemalige Kollegin Miriam Veltman verfügt, sind brisant. Und endlich hat Eliot die Chance, die Wahrheit über den Einsatz zu erfahren. Aber noch bevor er Miriam treffen kann, ist sie tot. Denn die beiden stehen längst im Visier des Geheimdienstes und einer mächtigen Gegnerin in den höchsten Rängen der Politik. Doch Miriam hat ihm eine letzte Spur hinterlassen. Sie führt zu einer IT-Expertin, die im Nahen Osten verschollen ist. Nur sie kann entschlüsseln, was damals wirklich geschah …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Drone wird von der holländischen Presse hochgelobt:

„Auf einer Stufe mit den Besten des Genres. Ein rasanter Thriller.“ (Klappentext)

Ich kann dieses Lob nur teilweise nachvollziehen.

Das Cover erinnert an einen typisch amerikanischen Mafiathriller, nicht an ein Buch, das den Afghanistankrieg und die damit verbundenen geheimdienstlichen Tätigkeiten zum eigentlichen Thema hat. Aufgrund des Covers wird somit eine für mich gänzlich andere Erwartungshaltung aufgebaut.

Es braucht wirklich Zeit, um sich in diesem Buch zurechtzufinden. Das Transkript am Anfang, das einen scheinbar dramatischen Vorfall in Afghanistan thematisiert, gibt einen ersten wichtigen Hinweis auf relevante Personen und Vorkommnisse. Die dann folgenden Kapitel tragen die Namen der jeweils agierenden Protagonisten, zusätzlich haben sie Untertitel, deren Sinn sich mir nicht erschließt. Ich bin erschlagen von den vielen Querverbindungen, die ich oft nicht gleich nachvollziehen kann, und muss immer wieder zurückblättern. Das wird allerdings nach den ersten 100 Seiten besser. Drone ist ein Buch, das man in einem Rutsch lesen muss, sonst kommt man nicht mehr rein, zu komplex ist die Handlung. Sie erinnert oft an einen Film und nicht an einen geschriebenen Text. Hinzu kommt Kazemiers Schreibstil, der oft hektisch wirkt. Auch die Dialoge passen besser in Filmszenen als in ein Buch. Das macht das Lesen anstrengend. Mich überzeugt dieser Thriller nicht, Kazemier geht sehr oft viel zu sehr ins Detail, wenn er einzelne Aktionen beschreibt und nimmt so geradezu die Spannung.

Ich habe vor kurzem Carsten Jensens Der erste Stein (Rezension ist verlinkt) gelesen, ein großartig erzählter Afghanistanroman, der alle Widerlichkeiten des Krieges eindrücklich schildert. Da kommt Kazemiers Drone bei weitem nicht ran.

Fazit:

Ein sicherlich sehr guter Dokumentarfilmer ist nicht automatisch auch ein guter Autor eines Thrillers.

herz-blog1herz-blog1

 

 

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