Winter so weit [Zeilengeliebt]

Vor ein paar Tagen habe ich euch auf Instagram den zweiten Teil einer Buchreihe, die mir sehr am Herzen liegt, vorgestellt: Winter so weit von Peer Martin. Warum diese Rezension auf meinem Blog definitiv unter der Kategorie [Zeilengeliebt] erscheint, könnt ihr im Folgenden nachlesen.

Winter so weit
Bildquelle: Jane Fetzer, Verlagsgruppe Oetinger

Allgemeines:

Im Oktober 2017 war es endlich so weit: Der zweite Band der Reihe um das Flüchtlingsmädchen Nuri ist nicht länger nur als E-Book, sondern auch als Taschenbuch bei der Verlagsgruppe Oetinger erschienen. Lange stand in den Sternen, ob es eine Printversion des Buches geben würde, der Autor hat in Leserunden sogar davon gesprochen, das Buch selbst verlegen zu wollen. Doch wie das Leben so spielt, hat der erste Band dieser großartigen Reihe den Jugendliteraturpreis gewonnen – also werden auch die Folgebände als Printversionen erscheinen. Und das ist auch gut so. Die 560 Seiten können nun also auch als „richtiges“ Buch in die Hand genommen werden, ihr könnt in ihnen Blättern, euch Dinge markieren und immer wieder darin versinken.

Inhalt:

Winter so weit ist der zweite Band einer Reihe. Beispielsweise durch die Inhaltsangabe werden also Spoiler zum ersten Band (,den ihr unbedingt lesen müsst,) auftauchen.

„Die Geschichte von Calvin und Nuri. Syrienkrieg, IS und Rechtsextremismus verwoben zu einem dramatischen Plot.

Was wie eine Romeo-und-Julia-Geschichte begann, schlug in ein brennendes Inferno um, das Inferno, in dem Calvin Nuri verlor. Doch ihm, dem ehemaligen Neonazi, hat die Liebe zu dem syrischen Flüchtlingsmädchen die Augen geöffnet. Jetzt ist alles, was er ihr am Ende geben konnte, ein letztes Versprechen: das, die 13-jährige Dschinan aus Syrien herauszuholen. Und so führt der Weg Calvin durch zerstörte Städte, verschneite Berge und in die Hände des IS. Doch Aufgeben ist keine Option, nicht mehr.“ (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

Meine Meinung:

Meine Rezension zum ersten Band der Reihe, den ihr unbedingt vor dem zweiten lesen müsst, findet ihr hier.

Ich habe dieses Buch bereits einmal direkt nach dem Erscheinen des E-Books gelesen. Aber ich musste es als Taschenbuch einfach noch einmal lesen. Wie ihr wisst, bin ich schlicht und ergreifend kein Fan von E-Readern – wenn ich also ein Buch auf meinem Reader gelesen habe, muss das schon sehr viel heißen. Und es muss ein sehr gutes Buch gewesen sein. Nach dem Lesen der Printversion von Winter so weit muss ich sagen, dass es mich dieses Mal mit noch größerer Begeisterung zurückgelassen hat, als beim ersten Lesen. Wie ist so etwas möglich? Vermutlich liegt es zum einen am großartigen Autor des Buches. Und zum anderen auch daran, dass man ein gedrucktes Buch mit ganz anderen Augen liest als ein digitales. Ich habe es beinahe bereut, dieses Buch zuerst als E-Book gelesen zu haben. Aber eben nur beinahe, denn es ist grandios. Der zweite Band der Reihe hat die Messlatte noch einmal höher gelegt als der erste. Manchmal werden Autoren ihrem Auftaktband nicht gerecht. Manchmal ist der zweite Teil nur ein Lückenfüller. Peer Martin hat es jedoch geschafft, den zweiten Band noch besser werden zu lassen!

Zwei verschiedene, auf hohem Niveau miteinander verknüpfte Handlungsstränge beleuchten erneut die Perspektiven von Nuri und Calvin. Berlin und Syrien – zwei polarisierende Orte, an denen gleichzeitig so wenig und doch so viel geschieht. Und das auf eine ehrliche ungeschönte Weise – ohne dabei roh zu wirken. Martin verwendet in seinen Büchern stets eine beinahe poetische Sprache, die den Leser einfängt. Von der beschriebenen syrischen Gastfreundschaft schwärme ich in Gedanken immer noch. Um dieses Buch zu lesen, sollte man insgesamt jedoch ein gewisses Alter haben – es ist definitiv nur ein Jugendbuch für junge Erwachsene und nicht ab 12 oder 13 Jahren zu empfehlen.

Auch den zweiten Teil dieser Reihe zeichnet eine sehr realitätsnahe Recherchearbeit aus. Man hat beinahe das Gefühl, die vor einiger Zeit aktuellen Ereignisse der Flüchtlingskrise nachzulesen (als das E-Book erschienen ist, hatte man tatsächlich das Gefühl, die aktuellen Ereignisse innerhalb des Buches zu erleben – seitdem ist schon ein wenig Zeit vergangen), sich weiterzubilden. Eine unglaubliche und schockierende Stimmung wird vermittelt. Teilweise kann man sich als Leser die Ereignisse bildhaft vorstellen. Beim ersten Lesen musste ich nach einigen Kapiteln zum Einschlafen erstmal etwas Seichteres lesen, obwohl ich am liebsten weiter in Winter so weit gelesen hätte – beim zweiten Mal bin ich jedoch besser mit den Geschehnissen zurechtgekommen.

Dieses Buch von Jugendliteraturpreisträger Peer Martin kann Augen öffnen, schockieren, aber auch eine gute Geschichte erzählen. Wie schon beim ersten Band Sommer unter schwarzen Flügeln kann ich euch nur ans Herz legen, Winter so weit zu lesen. Welches Stück Zeitgeschichte wird im dritten Band dieser mutigen Geschichte wohl noch verarbeitet?

Fazit:

Mit diesem Roman kann man lernen zu verstehen. Peer Martin zaubert mit Worten und entzaubert dabei ganze Welten.

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